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Sri Lanka Informationen zum Land |
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Karl May in Sri Lanka Im Jahre 1878 schrieb Karl May eine
Kurzgeschichte „ein Abenteuer auf Ceylon“, wer es aufmerksam liest, der
findet heraus, dass bei der Verfolgung der chinesischen Dschunke es an Dondra vorbeiging, natürlich auch an den Stränden von
Flavio oder Vattersgarden und bei den Cabanas von Samhita. Viel Spaß beim Lesen !
Ein Abenteuer auf Ceylon Karl May 1978 Ich stand auf dem
Leuchtturm von Pont de Galle, versunken
im Genusse des herrlichen Panorama's,
welches sich unten zu meinen Füssen ausbreitete. Im Hafen lagen eine Menge Fahrzeuge vor Anker; ein und
auslaufende Schiffe belebten die Szene; es waren unter ihnen alle Grössen und Gattungen vom grössten
und prachtvollsten europäischen Dampfer bis herunter zur erbärmlichen
chinesischen Dschunke vertreten. Kleine Felseninseln,
von Kokospalmen und Pandanen
bestanden, ragten aus den schimmernden Fluten empor. Zwischen ihnen zogen
sich Korallengärten hin, zwischen denen wundervolle rote und blaue Fische
schwammen; Haifische zerrten an dem Kadaver eines toten Hundes; vielgliedrige Krabben krochen
die Steilung
der Felsen hinan. Die Häuser und Hütten
der Stadt lagen schalkhaft unter den Kronen der Palmen versteckt, und wo die
reinlichen Strassen sich dem Blicke offen zeigten, da war eine Menge von Lebenserscheinungen, weidende Zebuochsen, schwarze Schildwachen,
lustwandelnde Ladys, durchsichtig weisse englische
Kinder mit braunen singhalesischen Ammen,
tabakrauchende eingeborene Kinder, behäbig
und stolz einherschreitende Muselmänner, schachernde Juden, bezopfte
Malayas,
Betel kauende Ratschputen,
Buddhapriester im langen, schwefelgelben Gewande, Kopf und Bart nackt abgeschoren, englische
Midshipmen in roter Jacke und mit schwerem
Säbel, malerisch schöne Hindumädchen, Nase, Ohren, Stirn, Arme und Beine mit
Gold und Edelsteinen behangen, zu
erkennen. Ueber dem Allen lag
der bezaubernde Duft des Südens ausgegossen.. Die
Sonne schickte sich an, in die Wogen des Meeres zu steigen, und warf ihre
Reflexe vom tiefsten Purpur bis zum leuchtendsten
Flammengold über die ruhelos bewegte Meeresfläche hin. Es war ein Anblick, in
den man sich stundenlang versenken konnte, ohne seiner müde zu werden. Neben
mir lehnte Sir John Emery Walpole. Er bemerkte von Alledem, was ich sah,
nicht das Geringste. Die herrlichen Tinten, in denen der Himmel glühte, das strahlendurchblitzte Krystall der See,
das erquickende Balsam der sich abkühlenden Lüfte, die bunte, interessante
Bewegung auf dem vor uns ausgebreiteten kostbaren Fleckchen Erde, sie gingen ihm verloren,
sie waren ihm gleichgültig, sie durften es nicht wagen, seine Sinne auch nur
einen Augenblick lang in Anspruch zu nehmen. Und warum? Wunderbare Frage! Was
war denn eigentlich dieses Ceylon? Ein Eiland mit einigen Menschen, einigen Tieren und einigen Pflanzen darauf und rund
herum von Wasser umgeben. Was ist das weiter? Etwas Wunderbares oder gar
Sehenswertes gewiss nicht! Was ist Pont de Galle gegen London, was ist der Gouverneur zu
Colombo gegen die Königin Viktoria,
was ist Ceylon gegen Altengland, was ist die ganze Welt gegen Walpole Castle,
wo Sir John Emery geboren worden ist?! Der gute, ehrenwerte
Sir John war ein Engländer im Superlativ. Besitzer eines unermesslichen
Vermögens, hatte er noch nie daran gedacht, sich zu verehelichen, sondern war
einer jener schweigsamen, zugeknöpften
Englischmens, welche alle Winkel der Erde
durchstöbern, selbst die entfernt esten Länder
unsicher machen, die grössten Gefahren und
Abenteuer mit unendlichem Gleichmute
bestehen und müde und übersättigt endlich die
Heimat wieder aufsuchen, um als Mitglied irgend eines berühmten
Reiseclubs einsilbige Bemerkungen über die
gehabten Erlebnisse machen zu dürfen. Er hatte den Spleen in einem solchen Grade, dass seine lange,
schmächtige, dabei aber ausserordentlich kraftvolle
Persönlichkeit nur in höchst seltenen Augenblicken einen kleinen Anflug
von Geniessbarkeit
zeigte, besass dabei aber ein sehr gutes Herz,
welches stets gern bereit war, die kleinen und grossen
Seltsamkeiten, in denen er sich zu gefallen pflegte, wieder auszugleichen. Nachdem er aller Herren Länder bereist hatte, war er zuletzt
nach Indien gekommen, dessen
General-Gouverneur ein naher Verwandter von ihm war, hatte es in den
verschiedensten Richtungen durchstreift, war auch schon einige Male auf
Ceylon gewesen und im Auftrage des Gouverneurs jetzt wieder hergekommen, um
sich wichtiger Botschaften an den Stattalter zu entledigen. Ich hatte
mich ihm angeschlossen, weil
seine Erfahrungen und Connexionen mir von grossem
Nutzen sein konnten und war ihm so lieb und befreundet geworden, dass er
trotz seiner scheinbaren Unnahbarkeit eine wahrhaft brüderliche Zuneigung für
mich an den Tag legte. Jetzt also lehnte er, völlig unberührt von den uns
umgebenden Naturreizen, neben mir und
beschielte den goldenen Klemmer, welcher ihm vorn auf der äussersten Nasenspitze sass,
mit einer Ausdauer, als wolle er an dem Sehinstrumente irgend eine wicht ige weltgeschichtliche Entdeckung machen. Da fiel mir ein
Zug von eingeborenen Soldaten
auf, welcher sich einem weit in
die See hinaustretenden Felsen näherte. An seiner Spitze schritt, von zwei
Bewaffneten sorgfältig bewacht, ein an den Händen gefesselter Mann, seiner
Kleidung nach ein
Singhalese. Jedenfalls lag hier eine Execution vor und
da ich das lebhafte Interesse, welches mein Gefährte für so etwas hegte,
kannte, so machte ich den Versuch, ihn aus seiner welterschütternden
Betrachtung aufzustören. „Wollt Ihr nicht einmal dort hinüber schauen, Sir Wolpole? Ich glaube, es wird Einer in's Wasser
geworfen?“ „Well. Lasst ihn ruhig ersaufen, Charley!“ Er hatte das Auge nicht von dem Klemmer gewandt und studierte
mit unverändertem Eifer an demselben weiter. „Was muss der arme Teufel nur verbrochen haben? Es sind ihm
beide Arme zusammengeschnürt.“ „Gefesselt ist er?“ frug Sir John,
dessen Teilnahme durch die letztere
Bemerkung erregt wurde. „Pfui, das ist feig und
elend! Das würde man in Altengland nicht tun!“ „Ihr habt sehr Recht; der
Britte ist in jeder Bezi ehung
nobel! Wenn er Einen hängt, so lässt er ihn wenigstens mit freien Gliedern
sterben. Die Barbarei aber kennt solche menschliche Rücksichten nicht. Seht
nur, welche Menge von Wächtern den armen Kerl begleitet!“ Er warf jetzt
wirklich einen Blick über das Brillengestell hinüber nach dem Orte, den ihm
meine ausgestreckte Hand bezeichnete. Ich erwartete eine seiner
gleichgültigen Bemerkungen, hatte mich aber diesmal getäuscht, denn seine Rechte
fuhr empor, um den Klemmer näher an das Auge zu bringen und als das Gesicht
durch die Manipulation noch nicht die gewünschte Schärfe erhielt, öffnete er
das über seiner Brust hängende Etui, zog das darin befindliche Fernrohr
hervor und richtete es auf den Delinquenten. Es musste ihm irgend Etwas an
demselben aufgefallen sein. „Wollen wir wetten,
Charley?“ frug er nach einiger Zeit, während
welcher seine Mienen eine immer grösser werdende
Spannung angenommen hatten. Der Engländer liebt das Wetten und Sir John war
sogar leidenschaftlich für dasselbe eingenommen. Schon unzählige Male hatte
er versucht, mich zu einer Wette zu bringen, leider aber immer vergebens. „Worüber?“ „Dass sich dieser Mann nicht ertränken
lässt.“ „Ah!“ „Nicht wahr, das klingt unmöglich? Ich setze hundert Souvereign's!“ „Ihr wisst, Sir, dass ich nicht wette.“ „Ja, das ist wahr! Ihr seid ein prächtiger Kerl, Charley, aber
bis zum vollkommenen Gentleman habt Ihr's doch noch nicht gebracht, sonst
würdet Ihr Euch nicht weigern, einmal einen guten Einsatz anzunehmen. Ich
werde Euch aber doch beweisen, dass ich die Wette gewinnen würde!“ Der Zug war jetzt auf
dem Felsenvorsprunge angekommen. Der
Engländer steckte zwei Finger in den Mund und liess
einen scharfen, durchdringenden Pfiff erschallen, welcher weithin zu
vernehmen war. Auch der Verurteilte
hörte ihn. Mit einer raschen Bewegung hob er den tiefgesenkten
Kopf und blickte nach dem Leuchtturm
hinauf. Walpole riss den weissen Ueberwurf von der Schulter, schwenkte ihn durch die Luft
und stiess einen zweiten Pfiff hervor. Die Wirkung
war eine augenblickliche und überraschende. Der zum Tode des
Ertrinkens Verurteilte schnellte sich durch die ihn umstehenden
Soldaten bis an den Rand der Klippe und stürzte sich in die Fluten des Meeres
hinab. „Seht Ihr's, Charley,
dass ich gewinnen würde? Es ist Walawi, mein
früherer Diener, der beste Taucher und Schwimmer auf dieser langweiligen
Insel, was aber der brave Mudellier, der ihn
verurteilt hat, nicht zu
wissen scheint. Er
muss übrigens etwas verteufelt Schlimmes begangen haben,
denn diese Districtverwalter lassen jeden
Eingeborenen durchschlüpfen, wenn es nur irgend möglich zu machen ist. Sie
sind ja selbst ausschliesslich Singhalesen. Seht,
jetzt taucht er empor; die gebundenen Arme genieren ihn nicht; er schwimmt
auf dem Rücken; er kommt grad auf den Leuchtturm zu!“ Der sonst so wortkarge Mann war mit einem Male ausserordentlich lebendig geworden. Er verfolgte jede
Bewegung des Schwimmenden mit ungewöhnlicher Spannung, focht mit den Händen
hin und her, als könne er ihm dadurch
behilflich sein und machte mir dabei die notwendigen Erklärungen. „Wie er stösst, wie schnell er
vorwärts kommt! Er wird verfolgt. Aber ehe die Soldaten den Umweg von der
Klippe bis zum Leuchtturm gemacht h aben, ist er längst hier. Ich kenne ihn. Wir sind mit
einander über den Kalina-Ganga,
über den KaluGanga
und sogar über den reissenden Mehavella Ganga geschwommen. Er war früher Perlfischer auf den Bänken von Negombo und ist
nur mir zu Liebe mit in das Innere der Insel gegangen. Ich erkannte ihn
gleich und werde ihn retten. Da, da hat er das Ufer erreicht! Es ist ein
Glück, dass kein Haifisch in der Nähe war, sonst hätte er wegen der
gefesselten Arme einen schweren Stand gehabt. Kommt, Charley, wir gehen ihm entgegen! Er hat
mich erkannt und kommt herbei.“ Es war so. Walawi war ans Land
gestiegen und kam zu der Plattform, auf welcher sich die schlanke Säule des
eisernen Turmes erhob, eiligen Laufes heraufgesprungen. Wir stiegen schnell die Treppe hinab
und stiessen unten an der Tür mit ihm zusammen. „Wischnu segne Euch,
Sihdi,“ grüsste
er atemlos. „Ich war dem Tode nahe;
sie wollten mir die Beine noch fesseln und die Augen verbinden. Ihr aber seid
ein Radscha, ein Herr, ein Maharadscha, ein grosser
Herr und werdet Walawi,
Euren treuen Diener re tten!“
„Ja, das werde ich
tun!“ antwortete Wolpole, i ndem er sein Messer
hervorzog und die Baststricke, mit denen der
Singhalese gebunden war, durc hschnitt. „Was hast Du verbrochen?“ „O Nichts, Nichts, Herr, fast gar Nichts. Mein Kris war sehr
scharf und spitz und ist Einem in's Herz gefahren, weil er mir mein Weib, die Blume und
das Glück meines Lebens, rauben wollte.“ „Alle Teufel, Mensch, das ist schon Etwas mehr als Nichts!
Hast Du ihn getötet?“ „Ja.“ „Was war er?“ „Er hiess Hong-Tsche
und war ein Chinese.“ „Bloß ein Chinese? Das ist gut! Wollte er Deine Frau für
sich?“ „Nein, sondern für seinen Kapitän, der sie am Strande gesehen
hat. Er lag mit seiner Dschunke im
Hafen; ich sehe sie nicht mehr; sie muss
abgesegelt sein!“ „Ich weiss genug! Du kennst das
Hotel Madras?“
„Wie sollte ich nicht? Ihr habt ja zweimal daselbst gewohnt!“ „Ich wohne wieder da. Verbirg Dich jetzt; dort kommen schon
Deine Verfolger. In einer Stunde aber suchst Du mich auf!“ „O Sihdi, Herr, wie soll ich Euch
danken? Ich habe mein Leben wieder und darf mein Weib umarmen. Wischnu, der Gütige, möge Euch lohnen!“ Er fasste die Hände des Engländers und drückte sie an seine
Stirn. Dann sprang er mit der Geschme idigkeit einer Katze davon. Es war die höchste Zeit für
ihn, denn die Soldaten befanden sich schon in der Nähe und eine Menge Volkes,
welches auf die Flucht aufmerksam gewo rden war, kam herbeigelaufen. Ich war einigermassen
besorgt über den Verlauf, den die Sache nehmen werde. Wolpole
aber trat den Verfolgern, deren A nführer uns jetzt
erreicht hatte, mit seinem gewöhnl ichen Gleichmute entgegen. „Was wollt Ihr hier?“ Der Mann stutzte bei dem barschen, befehlshaber
ischen Tone dieser Frage. „Wir suchen den Mann, der uns entlaufen ist. Der grosse Mudellier hat ihn zum Tode verurteilt, Ihr aber seid ihm zur
Flucht behülflich
gewesen. Ich muss Euch verhaften!“ Der gute Sir John Emery lachte, dass ihm die Tränen in die Wimpern traten. „Verhaften? Mich, einen Gentleman aus Altengland verhaften?
Hier auf Ceylon? Mensch, Du bist verrückt! Der Mann, den Ihr sucht, war mein
Diener; er gehört mir, und Niemand darf ihm ohne meinen Willen ein Haar
krümmen!“ „Warum blieb der Mann jetzt nicht bei Euch, wenn er Euer
Diener ist?“ frug
der Anführer der Soldaten den Engländer. „Ich schickte ihn fort, weil es mir so gefiel. Du aber eilst
sofort zum Mudellier und sagst ihm, dass ich zu ihm
kommen werde, um mit ihm zu sprechen!“ „Ihr werdet mit ihm reden, denn ich muss Euch verhaften und
zu ihm führen.
Den aber, welchen
Ihr Euren Diener nennt, werde ich verfolgen lassen und sicher wieder
fangen!“ „Versuch's,
ob Du es fertig bringst!“ antwortete Walpole belustigt, indem er zwei riesige
Drehpistolen hervorzog. Ich folgte natürlich seinem
Beispiele. Der Ceylonese kam in
eine schauderhafte Verlegenheit. Die Pflicht stritt in ihm mit der Furcht,
welche ihm un sre Waffen
einflössten. Die Letztere schien zu siegen. „Könnt Ihr mir beweisen, dass Ihr wirklich aus Anglistan seid,“ frug er besorgt,
„und werdet Ihr auch in Wahrheit zum Mudellier
gehen?“ Walpole liebkoste lächelnd seinen Cotelettenbart.
Der Zwicker war ihm wieder auf die Nasenspitze vorgerutscht und der Blick,
welcher über denselben hinwegblitzte, leuchtete vor Vergnügen. „Ich bin ein Maharadscha aus
Anglistan und dieser Sihdi
hier ist ein noch viel grösserer Maharadscha aus Germanistan.
Ich werde es Dir beweisen.“ Er griff in die Tasche und zog die Speisekarte hervor, welche
er im Hotel Madras
zu sich gesteckt hatte. „Hier, lies!“ Der gute Mann ergriff das Blatt, führte
es respektvoll an die Stirn, betrachtete es dann mit wichtiger Kennermiene
und bewegte dabei die Lippen, als ob er lese. Dann schlug er es sorgfältig
wieder zusammen, drückte es an die Brust und gab es zurück. „Ihr habt die Wahrheit gesagt, denn hier steht es geschrieben.
Ihr werdet zu dem Mudellier
gehen, und ich darf Euch also freilassen!“ Er wandte sich grüssend ab und schritt mit seinen Kriegshelden
der Stadt zu. Noch war keine volle Stunde verflossen, so sassen
wir in einem unsrer Zimmer des Ho^tels und wart eten auf Wa-lawi. Unser Besuch beim Mudellier war ein
kurzer gewesen. Der hohe, mit Zopf und Kamm geschmückte Beamte
hatte uns mit
finstrer Miene empfangen, war
aber, als Walpole ihm seine Papi ere vorlegte und
ihn gar über seine Verwandtschaft mit dem Generalgouverneur der
indischen Colonien
unterrichtete, fast kriechend freundlich geworden und hatte den eigentlichen
Zweck unserer Anw esenheit
bei ihm erst im Augenblicke des Abschiedes in Erwähnung gebracht. Walawi brauchte Nichts
mehr zu befürchten; Lord Walpole, der grosse Maharadscha aus Anglistan, hatte
die Freiheit seines ehemaligen Dieners zum Geschenk erhalten. Endlich
erschien dieser. Er wusste noch Nichts von dem glücklichen
Ausgange, welchen seine
kühne Flucht genommen hatte und war daher nur auf Schleichwegen und
unter Anwendung der grössten Vorsicht herbeigekommen. Die Botschaft, dass er
vollständig frei sei, brachte nicht die freudige Wi
rkung bei ihm hervor, welche ich erwartet hatte.
Wir sollten den Grund sogleich erfahren. „Sihdi, Ihr seid ein grosser Herr, und ich wusste, dass Ihr mich retten
würdet; aber was soll ich mit dem Leben tun, wenn mir die Blume desselben
geraubt worden ist!“ „Geraubt?“ fragte Sir John
Emery erstaunt. „Ich denke, der Raub ist
misslungen, weil Du den Räuber niederstiessest!“ „Mein Kris traf ihn zu Tode, ja; aber während ich gefangen war,
kam ein Zweiter und nahm sie des Nachts mit sich fort. Ich war bei meiner
Hütte und habe Alles erfahren. Die
Dschunke ist heute abgesegelt und
Kaloma, die Schönste unter den Frauen der Vayisa's wird unter der Umarmung eines chinesischen
Rattenfressers sterben. Dein Diener aber, Sihdi,
stürzt sich in's
Meer, da, wo es von Haien wimmelt und lässt sich von ihnen verschlingen!“ Walpole sass einige Zeit schweigend
und sinnend da. Endlich frug er: „Hast Du sie wirklich so lieb, Walawi?“
„So lieb wie der Baum das Licht und wie das Gras den Tau. Ich
kann ohne sie nicht leben!“ „Wollen wir wetten, Charley?“ „Worüber?“ „Dass Walawi seine Kaloma wieder bekommt. Ich setze tausend Guineen!“ „Ihr wisst, Sir, dass ich nicht wette.“ „Ja, das ist wahr! Ihr seid ein ganz prächtiger Kerl, Charley,
aber bis zum vollkommenen Gentleman werdet Ihr es doch niemals bringen, wenn
Ihr Euch fort und fort weigert, auf eine gute Wette einzugehen. Ich werde
Euch aber doch beweisen, dass ich Euch die tausend Guineen
abgewinnen würde!“ Er erhob sich und klingelte. „Zwei Palankins nach dem Hafen!“ befahl er, als der dienstbare
Geist erschien. Dann wandte er sich wieder zu dem Singhalesen. „Kennst Du die
Dschunke?“ „Ja. Es ist der " Jao-dse";
ich werde ihn gleich an dem geflickten Segelwerk erkennen.“ „Der Jao-dse; gut! Wohin geht er?“ „Ich habe mich vorhin nach dem Hafen gewagt und gefragt. Er
geht quer über das indische Meer nach Canton.“ „Ah! Weisst Du das gewiss?“ fragte
er überrascht. „Ganz gewiss!“ „Dann muss der Schiffer einen ganz besonderen Grund zur Eile
haben. Der Passat ist ihm entgegen und
die Fahrt mit grossen
Gefahren verbunden, wenn sie
statt in einer späteren Jahreszeit schon jetzt unternommen wird. Die Dschunke kann noch nicht weit sein; wir
dampfen ihr nach!“ Dieser Entschluss wurde von dem Diener mit echt südländischem
Jubel aufgenommen. Ich gönnte ihm gern die Freude, welche durch die neue Hoffnung
in ihm erweckt wurde und musste zugleich über die Selbstverständlichkeit
lächeln, welche Walpole in Beziehung auf meine Begleitung voraussetzte.
Der reiche Sohn Albions besass eine jener wunde rvollen
Dampfyachten, welche, auf den schottischen Docks am Clyde gebaut, durch ihre ungemeine Schnelligkeit berühmt sind und
meist von wohlhabenden Privatleuten gekauft werden, um von ihnen zu schnellen
Seereisen benutzt zu werden. Er war auf ihr um das Kap herum nach Indien gekommen und hatte
sie auch jetzt benutzt, um Ceylon schneller als mit einer andern Gelegenheit
zu umkreisen. Die Rechnung wurde berichtigt und dann bestiegen wir die Palankins, um
nach dem Hafen getragen zu werden. Unsere Ankunft brachte auf der Yacht die feiernden Hände in
rührige Bewegung. Die Abreise von Pont de Galle war für den
morgenden Tag festgesetzt gewesen, und so
hatte man keinerlei Vorbereitung getroffen. Doch dauerte es nicht lange, so
zischte das Wasser in dem rasch erhitzten Kessel, die Ankerwinde knarrte, die
Schraube bohrte sich in die widerstrebende
Flut, und das schmucke Fahrzeug strebte zwischen den im Hafen
liegenden Fahrzeugen hindurch in graziösen Windungen dem Ausgange zu. Wir stachen in See. Es war vollständig Nacht geworden, aber es lag eine Helle auf
dem Wasser, wie sie die Sterne des Nordens nicht zu spenden vermöchten. Ich
stand neben Walpole auf dem erhöhten
Quarterdecke. Er war längst schon wieder der schweigsame Mann
geworden, rief nur hier und da eines seiner kurzen, scharfen Commandoworte
über das Deck hinweg und trat, als Alles sich in gehöriger Fahrt befand, zu
dem Manne am Steuer. „Du hältst den jetzigen
Kurs, scharf Ost bei Süd. Sobald wir Kap Dondra-Head
douplieren, lässest Du
mich wecken!“ „Very well, Sir! Darf ich vielleicht fragen, nach
welchem Platze wir bestimmt sind?“ „Weiss es selbst noch nicht. Es gilt
eine Jagd.“ „Eine Jagd?“ frug der alte Schiffer erfreut. „Auf wen, Sir, wenn ich
fragen darf?“ „Auf die Dschunke
Jao-dse, bestimmt nach Kanton.“ „Ah - - !“ dehnte der
Frager. „Auf diesen dicken Wassermolch? Hab mir ihn angesehen und
nicht viel Wohlgefallen an ihm gefunden. Muss eine eigene Fracht haben, eine
sehr eigene! Sie luden des Nachts und waren ganz ausserordentlich
still und vorsichtig dabei. Zimt, Kaffe oder Zucker wird es wohl nicht
gewesen sein!“ „Werden es schon noch erfahren! Wir werfen wenigstens vier Mal
mehr Knoten hinter uns als der Chinese und sind am Morgen jedenfalls auf gleicher
Länge mit ihm. Dann steuern wir erst Nord bei Ost, dann Nord an Nord, und ich
denke, dass wir ihm auf diese Weise ganz sicher schräg auf die Segel
dampfen.“ „All right, ganz meine
Meinung, Sir! Ist die Jagd scharf?“ „Möglich, dass sie es wird. Lass Kartätschen und Kugelpatronen klar machen!
Gute Nacht!“ „Wird besorgt. Good night,
Messieurs!“ Wir suchten die Cajüte auf und
legten uns zur Ruhe. Es gab ja für den Augenblick Nichts vorzunehmen, und um
der bloßen Unterhaltung willen den
Schlaf zu opfern, dazu war der gute Sir John
Emery niemals bereit zu finden. Als wir geweckt wurden, war es schon längst heller Morgen. Kap Dondra-Head mit
seinen berühmten Tempelruinen lag bereits weit hinter uns, so dass ringsum
nur Himmel und Wasser zu sehen war. Zahlreiche Segel
belebten den Gesichtskreis; sie gehörten Fahrzeugen an, welche entweder von Trinkomalo und Batticalao oder aus Indien, China und Japan kamen, um vor
dem günstigen Passat nach West zu steuern. Wir kümmerten uns nicht um sie; der Jao-dse war
jedenfalls nicht unter
ihnen. Die brave Yacht schnitt, leicht zur Seite geneigt, mit halbem
Gegenwinde immer Nord bei Ost durch die
Fluten, und warf sich erst um die Mittagszeit auf Nord bei Nord herum.
Walpole, welcher selbst als Kapitän fungirte, liess jetzt alle
Segel beisetzen, und es war zum Erstaunen, mit welcher Schnelli
gkeit wir nun trotz des widrigen Passates genau der geographischen Länge folgten. Jetzt war die Zeit gekommen, einen Mann in die Mastut zu schicken, um auf die Fahrzeuge, deren Kurs wir
durchschnitten, scharfen Ausguck zu halten. Walawi
bat, den Posten übernehmen zu dürfen, und Walpole gab ihm die Erlaubniss dazu. Er konnte versichert sein, dass der Singhalese seine Sinne auf das Aeusserste anstrengen werde, um die Dschunke zu entdecken. Diese war jedenfalls wenigstens unter den Segelschiffen das
einzige, welches nach Osten ging; es war gar nicht möglich, dass sie uns
entschlüpfen konnte, und doch verging der Nachmittag und wir hatten die Breite
von Kap Palmyra
hinter uns, ohne den Chinesen in Sicht zu bekommen. Ich suchte Walpole auf,
welcher ungeduldig längst der Reyling hin und her
spazierte. „Ich denke, der Jao-dse hat dem Hafenmeister falsches Ankerziel gesagt
und treibt an einem Küstenpunkte irgend ein
verschleiertes Geschäft. Habt Ihr nicht Lust, zu wenden, Sir John Emery?“ Er warf die
ausgerauchte Cigarette über Bord und schielte mir über den vorgerutschten
Klemmer ir onisch in das
Gesicht. „Was Ihr für ein gewaltiger Admiral
seid, mein lieber Charley! Ihr seid ein ganz prächtiger Kerl, aber bis zum
vollkommenen Gentleman habt Ihr es doch noch
nicht gebracht, und
vom Seemann steht
Ihr auch noch weit entfernt. Ob der Chinese an einem Punkte der Küste
angelegt hat oder nicht, das bleibt sich für uns ganz gleich. Wir können ihn
nur auf offener See abfangen. Da wir nicht wissen, wo er ankert, so müssten
wir jede Bucht und Bai der Küste mühevoll absuchen, und dabei ginge er uns
auf und davon, ohne dass wir ihm
good bye sagen könnten. Ich werde allerdings wenden,
aber nur um zwischen Süd und Nord zu kreuzen.“ „So haltet Euch wenigsten
Etwas näher an das Land und gebt mehr auf das Lee acht, denn ich glaube
nicht, dass ein Frauenräuber, der dieses Geschäft vielleicht im Grossen
betreibt, sich in die belebten Wasser von
Batticaloa
wagt. Er ist jedenfalls
nur zwischen ihnen und der Breite von
Dowandara zu finden.“ „Charley, Ihr seid doch nicht ganz so unrecht, wie ich dachte,
denn Eure Ansicht
scheint mir viel
für sich zu haben. Ich werde Euch folgen und der Yacht einige Knoten
mehr geben!“ Er nahm das Sprachrohr zur Hand, befahl die Leute an die
Brassen, und bald beschrieb das Schiff einen Bogen von Nord über West und
legte dann auf Südwest ein. Jetzt legte sich der Passat straff in das Leinen;
die Maschine arbeitete mit voller Kraft, und wir flogen vor dem Winde wieder
auf Kap Dondra Head
zurück, welches wir am frühen Morgen doupliert hatten. Noch immer sass Walawi auf dem
Maste; er war nicht dazu zu bringen, sich ablösen zu lassen, und blieb um so fester auf seinem Posten, als wir kurz nach
Mitternacht südlich von Batticaloa Küstenwasser erreichten. Heut ging keiner von
den Mä nnern, welche sich
auf der Yacht befanden, zur Ruhe, eine Ausdauer, die auch ihre Belohnung
fand, denn es ertönte vom Ausgucke der Ruf: „Feuer grad in West!“ „Schnell an die Reffs; zieht alle ein!“ befahl sofort Walpole.
„Maschinist, halbe Kraft! Mann am Ste uer, dreh um auf Ost bei West!“ Im Nu waren sämmtliche Segel eingezogen und die Yacht ging langsam
und geräuschlos grad auf die Küste zu.
Je näher wir ihr kamen, desto mehr wurde das Feuer auch Denen sichtbar,
welche sich auf dem Decke befanden. Der Himmel rötete sich immer stärker, und endlich
waren die Flammen, welche von der Erde emporloderten, deutlich zu erkennen. „Ein Schiff in Sicht,
grad vor dem Bug!“ rief Walawi von oben herab. „Geht es vorüber oder liegt es fest?“ frug
Walpole. „Es hat beigelegt gehabt, zieht aber jetzt die Leinwand auf.“ „Fahr es an, Mann am Steuer, fahr es
an und dreh bei an seinem Luv!“ Als wir dem Fahrzeuge näher kamen, erkannten wir es als eine
chinesische Dschunke. „Konstabel, leg Kartätschen ein!“ commandierte
Walpole. Er hatte also nicht die Absicht, es durch den gewöhnlichen blinden Schuss
zum Flaggenziehen zu bewegen. Der Steuermann schloss dies aus dem Commando
und drängte die Yacht so nahe an die Dschunke, dass diese mit der Stimme angespr ochen werden konnte. „Stopp, Maschinist; fertig mit den Waffen!“ Es war ein eigentümliches Gefühl, welches mich in
diesem Augenblicke erfasste. Wir waren im Ganzen nur elf Mann auf der Yacht;
die Bemannung des Chinesen musste uns weit überlegen sein. Walawi war zu uns
herabgekommen und hatte den blitzenden Kris in der
Faust. „Wollt Ihr hinüber, Sihdi?“ frug er. „Es sind nur wenig Leute drüben; die
Andern stossen eben vom Lande.“ „Lass erst sehen! Verstehst Du Chinesisch?“ „Was ein Schiffer
wissen muss.“ „Ruf die Dschunke an!“ Der Singhalese tat es. Statt der Antwort flog drüben eine
leuchtende Rakete in die Höhe. „Sie geben das Warnungssignal; es sind Räuber und Mordbrenner.
Hoihoo! Leg hart an zum Entern und stoss dann allein weit ab!“ Die Yacht gehorchte dem Befehle und legte Seite an Seite mit
der Dschunke. Nur der Steuermann und der Maschinist blieben zurück, wir
andern Neun sprangen hinüber. Der Chinese hatte nicht Anker geworfen, sondern
nur beigedreht und nicht mehr Leute an Bord, als zur Ueberwindung
der Abtrifft
unbedingt nötig waren. Sie waren nach kurzer Gegenwehr überwältigt und wurden
schnell gefesselt. Das Schiff war der Jao-dse,
welchen wir suchten. Die vom Lande abgestossenen Kähne
waren mittlerweile näher gekommen. Ihre Insassen hatten das Signal und ebenso
auch den Dampfer bemerkt, welcher sich trotz seiner Kleinheit nicht
vollständig hinter der Dschunke zu
verstecken vermochte. Da er aber weit von derselben abgetrieben war, so
glaubten sie ihn nur in Verhandlung mit den Ihrigen und ahnten nicht, dass
wir an Stelle der Letzteren sie in Empfang nehmen würden. Als sie den Jao-dse
erreichten, warfen wir das Fallreep und die Leitern hinab. Sie legten die Boote an die Taue und kamen, ihre Ladung
einstweilen im Stiche lassend, rasch auf Deck geklettert, um vor allen Dingen
zu wissen, was es mit der Yacht für eine
Bewandtniss habe. Sie wurden nach Kräften
empfangen. Es entspann sich ein Kampf, der uns zwar einige Wunden
kostete, aber doch mit unserm Siege endete. Wir hatten ihn dem glücklichen
Umstande zu verdanken, dass die Boote nicht zugleich, sondern ein's nach dem
andern anlangten und wir also Zeit behielten, die Feinde einzeln zu
überwinden. Sie wurden ebenso wie die Vorigen gefesselt und dann samt und
sonders nach der Yacht übergeführt. Während dies geschah, stieg ich mit
Walpole in die Kähne hinab. Wir fanden sie voll gefangener Frauen und Mädchen, von denen
wir erfuhren, dass ihr Dorf von den Chinesen überfallen worden sei. Die erschrockenen Männer waren einfach davongelaufen, die
Frauen aber hatte man, so viel ihrer habhaft wurden, zusammengebunden und
mitgenommen, nachdem die primitiven Hütten des Ortes in Brand gesteckt worden
waren. Die Töchter Eva's erhoben ein wahrhaft betäubendes Jubelgeschrei, als
sie hörten, dass sie ihre Freiheit zurückerhalten würden. Walpole machte
ihrem Danke ein schnelles Ende. Nachdem wir ihre Bande zerschnitten hatten,
gebot er ihnen, an das Land zurück zu rudern. Sie kamen diesem Befehle schleunigst nach, denn die Kähne,
welche auf diese Weise in ihrem Besitze blieben, waren jedenfalls mehr wert,
als die sämtlichen Schilf- und
Basthütten ihres niedergebrannten Dorfes. Nun wurde die Ladung des Jao-dse
untersucht. Sie bestand aus Zimt,
Reis, Tabak, Ebenholz, Kaffee und - geraubten Frauen. Diese Letzteren waren sämtlich in der Gegend von Pont de Galle aufgegriffen
worden, und unter ihnen befand sich auch Kaloma,
die "Schönste unter den Frauen der
Vayisa's", wie sie von Walawi, ihrem
zärtlichen Gatten, genannt worden war. Das Glück der beiden Leute war unermesslich und ebenso
unbeschreiblich klangen die Ausdrücke, in denen sie dem grossen Maharadscha aus Anglistan
ihren Dank ausdrückten. Als es Morgen wurde, war alle
notwendige Arbeit vollbracht. Die Dschunke zog einiges Segelwerk auf
und wurde von der Yacht in's Schlepptau genommen.
Wir douplierten Kap Dondra-Head
zum zweiten Male, nur jetzt im entgegengesetzten
Kurse und langten gegen Abend
wieder in Pont de Galle an, wo unser
Erscheinen nicht wenig Aufsehen erregte. Es stand ja beispiellos da, dass ein kleiner Privatdampfer
sich an einem wohlbemannten "Girl-robber", wie sie von China aus die dortigen
Gewässer zuweilen unsicher machen, gewagt hätte. Das grösste Erstaunen aber erregte
diese Nachricht bei dem Mudellir, welchem wir unsre
Gefangenen zur Bestrafung und den Jao-dse zum
Rechtsspruche überlieferten. Er hatte das Schiff
für ein unschädliches Handelsfahrzeug und den Schiffer für einen
rechtschaffenen Mann gehalten und daher auch - jedenfalls aber in Folge eines
ansehnlichen Geschenkes - unsern
armen Walawi
zum Tode des Ertrinkens verurteilt,
weil dieser einen jedenfalls nur zufälliger Weise an seine Hütte verirrten
Matrosen des Chinesen kurzweg erstochen hatte. Er benahm sich ausserordentlich
freundlich gegen uns und bat Walpole, der mächtigen Königin in Anglistan von seiner Weisheit und Gerechtigkeit zu
erzählen. Dieser versprach es ihm, warf ihm dabei aber über den mächtigen
Klemmer einen Blick zu, in welchem etwas ganz Anderes als die Anerkennung der
gerühmten Weisheit und Gerechtigkeit lag. Wir kehrten in das Hotel Madras
zurück, wo wir dieselben Zimmer wieder bekamen, welche wir vorher bewohnt
hatten. Als wir auf dem Divan Platz nahmen,
um unser Abenteuer in der Erinnerung noch einmal zu durchleben, meinte der
gute Sir John Emery: „Seht Ihr nun, dass ich meine beiden Wetten richtig gewonnen
hätte?“ „Ich sehe es, aber eben
deshalb wette ich nie.“ „Das ist kein Grund, denn Ihr könnt doch einmal glücklich sein
und gewinnen. Ihr
seid ein ganz prächtiger Kerl, Charley, aber wenn
Ihr Euch so vor dem Verlieren fürchtet, werdet Ihr es in Eurem ganzen Leben
nicht bis zum vollkommenen Gentleman bringen. Ich habe Euch lieb und muss
Euch daher von ganzem Herzen bedauern. Gebt Euch Mühe und werdet endlich
einmal besser!“ -
Ende - |
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